Papamonat – Familienzeitbonus

Papamonat – Familienzeitbonus

Der heutige Beitrag erzählt von dem schönen, aber auch sehr nervenaufreibenden Papamonat – Familienzeitbonus.

(Neues österreichisches Papamonat – Familienzeitbonus, bei dem der Vater nach Vereinbarung und Zustimmung des Arbeitgebers ein Monat ohne Gehaltsbezug zu Hause bleiben kann und von der NÖGKK je nach Anzahl der Tage ca. 700 Euro dafür bekommt) … Angeblich auch für Selbstständige machbar – aber dazu später mehr. Hier gibt´s mehr Informationen – KLICK

*PAPABÄR*

Ausnahmsweise trete ich mal offiziell als Blogschreiber in den Vorschein. ✌🏻
Da es sich natürlich zum dem Thema als “Betroffener” am besten schreiben lässt.
Man verzeihe mir auch bitte den ein oder anderen Fehler, da ich diesen Beitrag gerade mit einer etwas unruhigen Tochter in der Hand schreibe. 😅

Dieser Beitrag besteht aus zwei Emotionen – Traumhaft schön und mittlerweile Hass auf das schlecht organisierte System der Familienzeit als Selbstständiger.

Beginnen wir aber mal mit dem Positiven:
Der “Papamonat” war einfach eine schöne Zeit, welche ich auch im Nachhinein nicht missen möchte.
Nach der Geburt war alles diesmal viel ruhiger und angenehmer. Bei Fabio nahm ich mir damals 2 Wochen frei, wobei ihr hier bis auf Besuche im Krankenhaus und den Haushalt kaum helfen konnte.
Fabio hatte einfach eine so starke Bindung zur Mama, dass ich hier fast überflüssig war. Doch alleine für die ruhelosen Nächte waren diese Wochen auch gut.

Bei der Geburt von Elina, gab es natürlich auch Fabio, welcher durch seine Eifersucht sehr viel Zuneigung und Halt benötigte. Schon vor der Geburt merkten wir, dass Fabio sich sehr auf mich klammern begann. Das war zuvor eher nicht so. Ein natürlicher Reflex der Natur durch die bevorstehenden Veränderungen. Ich genoss dies sehr, da zuvor echt viele ohne Mama nicht ging.

Die ersten beiden Wochen wurde ich ziemlich gefordert. Man(n) glaubt ja echt nicht wieviel Arbeit anfällt, wenn man so gut wie alles alleine machen muss. Zuvor noch nie selbst Wäsche gewaschen .. eine erste Herausforderung, 🤣  Haushalt & Einkauf, Versorgen von Mama und den beiden Kids, Nervenpuffer für Mama, tägliches Taxi zum Kindergarten, Töpfchentrainer und schlafen legen Fabio (zuvor war das nur mit Mama möglich) und erledigen der ganzen Bürokratie der Geburtsmeldung, Familienzeitbonus uvm. Phu.. das hatte es in sich. Doch Mama musste so gut als möglich ihr Wochenbett einhalten, um ihre Wunden wieder heilen zu lassen.

Die Tage verliefen so schnell, das glaubt man kaum. Und ehrlich gesagt extremst anstrengend diese Wochen. Doch ich möchte sie trotzdem nicht missen. Alleine in Sachen Bindungen zu den Kids gibt dieses Monat den Vätern sehr viel. Genau das fehlte den meisten Vätern meiner Meinung nach sehr oft. Es gäbe ja auch in Österreich mittlerweile die Möglichkeit die Karenzzeit zu teilen. Doch diese Option ist bei uns aufgrund der dadurch entstehenden finanziellen Defiziten nicht machbar. Hier müsste Mamabär um ein sehr starkes Stück mehr verdienen.

Zu Ende des Papamonats macht man sich dann schön langsam wieder Gedanken, wie es nach diesem tollen Monat wieder weiter gehen soll. Mamabär bekam leider wenig bis kaum schlaf, da Elina das “Nachtleben” für sich entdeckt hatte und Fabio in den Kindergarten muss. Wie soll das bitte gehen, da ich wieder um 6 Uhr Arbeitsbeginn habe und um 14 Uhr heim komme? Was wird mich in der Arbeit nach diesem Monat erwarten? Wie schaffen wir wieder den Schwung in unser bäriges Unternehmen zu bringen, da wir gezwungen wurden dieses statt einen Monat für zwei Monate zu stoppen?

Tja … Das Thema Kindergarten und Aufstehen hatte Mama mithilfe von Oma Lisi so halbwegs im Griff bekommen. Blöd nur wenn das Auto in der Früh komplett zu gefroren ist, und man das Auto erst gießen muss. 😂 (Es wird Zeit für eine Garage)

Das Thema Schwung in unser Unternehmen stellt sich ein wenig schwieriger dar, das es ja wirklich eine Vollbremsung war, und uns Facebook auch nicht gerne Reichweite schenkt, um wieder mehr als 2% unserer Fans erreichen zu können. Hier wird wieder harte Arbeit und vielleicht das ein oder andere Beitrag teilen unserer Fans notwendig sein. Auf das vorweihnachtliche Geschäft mussten wir leider Verzichten, aber wir werden demnächst auch wieder neue Weihnachtstextilien designen.

Und nun noch ein kurzer Einblick in die nicht sehr gelungene Bürokratie des Papamonat – Familienzeitbonus:

(Hier werden wir euch nur einen Bruchteil der Probleme grob berichten, da wir ziemlich sicher gerichtlich mit einer Klage vorgehen müssen und uns selbst nicht durch diesen Beitrag schädigen möchten.)

Während die Umsetzung des Familienzeitbonus als Arbeitnehmer mit Einstimmung der Firma echt toll und einfach umsetzbar ist, zeigt sich im Gegenzug als Selbständiger das zweite Gesicht des Systems.
Da ich ja Arbeitnehmer und Selbständiger gleichzeitig bin musste ich der NÖGKK natürlich die doppelten Formulare aufgeben. Zum einen ganz einfach die Bestätigung des Arbeitgebers und das dazugehörige Formular. Ebenfalls wird nach der Geburt auch die Geburtsurkunde benötigt. Als Selbstständiger muss man dann noch ein weiteres Formular ausfüllen und die WKO Gewerbe – Ruhend Meldung des Unternehmens und eine Tag genaue Abmeldebestätigung der Versicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) zusenden.

Und genau hier liegt der Hund begraben!
Man kann diese gewünschten Vorgaben der NÖGKK nur erfüllen, wenn man genau im Vorhinein weiß wann die Geburt statt findet und das Papamonat genau vom 1. – 29/31 (immer ganzes Monat) nimmt. Hier muss auch genau die Tages Anzahl des Monat genommen werden, da es sonst schon wieder nicht klappt.

Ansonsten Probleme Papamonat – Familienzeitbonus im Überblick:

– WKO nur monatsweise Gewerbe ruhend stellen möglich
– SVA nur monatsweise Versicherung ruhend stellen möglich
– NÖGKK zahlt den Familienzeitbonus nur bei TAG GENAUER Bestätigung der Familienzeit aus.
– Ministerium besteht auf diese Gesetzgebung

Klingt jetzt vielleicht ein wenig verwirrend, aber kurz gesagt:
Keiner gibt nach und bestätigt das so, damit man das Geld für den Familienzeitbonus erhalten kann.

Aktueller Stand – ich bekommen das schön groß beworbene Familienzeit Geld nicht, verlor insgesamt 2 Monate der Selbstständigkeit und wir lebten von Mamabärs kleinen Karenzgeld.

Echt tolles familienfreundliches System oder? 💸 🤮
ACHTUNG STATEMENT: Daher auch meine Meinung: Kassen zusammen legen!
https://kurier.at/politik/inland/koalitionsverhandler-vor-konsens-bei-krankenkassen-fusion/299.933.565

In meinem Fall zahle ich WKO Beiträge halbjährlich, NÖGKK Versicherung monatlich über Hauptberuf und SVA Unfallversicherung im Quartal. Und dann so im Stich lassen..

Ich halte euch weiter am laufenden, sollte sich was neues ergeben, aber nachdem es schon zahlreiche Klagen gegen dieses System gibt, wird uns auch hier nur der Weg der Klage möglich sein.

Doch wie im oberen Teil schon erwähnt:
ICH WÜRDE ES TROTZDEM JEDERZEIT WIEDER MACHEN!

Gut nun stieg der Ärger wieder zu Kopf und ich muss mich wieder besinnen. 🤐
Mit diesen Worten übergebe ich für die nächsten Beiträge wieder an die reizendende Mama-🐻.

Einen angenehmen Sonntag und Start in die Woche wünscht euch
Euer “Papabär” Sascha

Hinweis: laufende Entwicklungen werden natürlich weiter hier im Beitrag ergänzt, um vor allem Selbstständige Papas up-to-date zu halten!

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